es gibt immer einen weg

Über mich

Nichts bereitet mir mehr Freude, als dazu beizutragen, dass Menschen zu sich selbst – und zueinander – finden. Wir tragen das Potential für das selbstverantwortliche Meistern des Lebens und seiner Herausforderungen in uns. Wenn wir es zulassen können, kommt dieses Potential zum Vorschein. Das erlebe ich bei mir selbst und bei den Menschen, die sich von mir begleiten lassen.
 

Valentin Gregor

Mediator mit Ausbildungszertifikat der Freie Universität Berlin,
Mitglied im Bundesverband Mediation e.V.


Von der Musik zur Mediation

Mein Vater als Vorbild und Inspiration

Mein Lebenslauf und die Entwicklung hin zu einem begeisterten Kommunikator wird deutlich, wenn man weiß, dass die Arbeit meines Vaters Sepp Gregor einen großen Einfluss auf mich hatte. Selbst Musiker und Sprachforscher stellte er sich ganz in den Dienst der Menschen im Nachkriegseuropa, in dem er nach Kriegsende eine musische Brücke baute (Siehe auch: „Die Klingende Brücke e.V.“). Das geschah durch Veranstaltungen, Seminare und Liederabende, in denen er die Menschen dazu brachte, Volkslieder aus ganz Europa in den jeweiligen Landessprachen zu singen. Seine Intention war, so das Interesse für Sprache und Wesen der Nachbarvölker neu zu wecken und der gegenseitigen Wiederannäherung in Europa den Weg zu ebnen. Für diese Arbeit erhielt er 1969 das Bundesverdienstkreuz.

Musik ist Kommunikation mit anderen – und mit Mir selbst

Ich wollte unbedingt Musiker werden. Musik ist nicht nur ein Genuss für den aufmerksamen Zuhörer und bewegt ihn im Innern. Viel mehr können über das gemeinsame Musizieren sogar Menschen miteinander „sprechen“, die sich mit Worten nichts zu sagen haben.

Obwohl ich einige Instrumente erlernte, war die Geige schnell mein musikalisches Hauptausdrucksmittel. Zunächst ausgebildet als klassischer Geiger hatte ich immer im Sinn, mein Instrument kreativ einzusetzen und ihm improvisierte Töne zu entlocken. So landete ich irgendwann fast zwangsläufig beim Jazz, dessen „Kerngeschäft“ ja die Improvisation ist. Nach einem Studium an der Musikhochschule Köln mit Abschluss Diplom Instrumentalpädagoge für Streicher und einem Stipendium zwecks Jazz-Studium in den USA kam ich nach vielen vielen Konzerten zwei Jahre später wieder nach Europa. Dort arbeitete ich von nun an als freischaffender Musiker und Musikpädagoge an zahlreichen Schulen und Hochschulen und immer auch privat. Es war eine spannende Herausforderung, schon bald international Improvisationskurse für notengeschulte klassische Musiker zu geben. Denn vielen war der kreative Umgang mit der Musik und das Spielen nach Gehör fremd und sie wollten mehr über das kommunikative Potential der Improvisation erfahren. Diese Arbeit bestärkte mich in meiner Motivation auf diese Weise Brücken zu bauen zwischen Menschen.

Plötzlich Vermittler

Mitgeprägt für meine weitere Entwicklung hat mich Ende der 90er Jahre die unerwartete Verpflichtung als Musikalischer Leiter, erst am Maxim Gorki Theater Berlin, dann am Deutschen Theater. Diese kam zustande, weil das noch vorwiegend aus Ostdeutschen bestehende Ensemble ein Regieteam der Royal Shakespeare Academy London vorgesetzt bekam und keiner der Mitwirkenden auch nur ein Wort englisch sprach. Ich schaltete mich verbindend ein und wurde als Musikalischer Leiter fortan das Bindeglied zwischen Theaterensemble und Regieteam. Zu der Zeit war die Wende in den Köpfen vieler Menschen noch nicht wirklich vollzogen und ich spürte, dass mir auch die Aufgabe zukam zwischen stark unterschiedlichen Mentalitäten zu vermitteln. In dieser interessanten Doppelrolle und der damit verbundenen Verantwortung habe ich mich damals sehr wohl gefühlt.

Und dann kam Rosenberg ...

Von nun an ging ich verstärkt auf die Suche nach Möglichkeiten über Sprache Kommunikation zu fördern. So besuchte ich Weiterbildungsveranstaltungen, in denen es um Themen wie „Erhalt und Entwicklung der deutschen Sprache“ oder „Wie wir unterschwellig kommunizieren“ ging. So landete ich irgendwann bei der Sprache der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg. Neben seinem Modell der wertschätzenden Haltung, die die Menschen zueinander führt, faszinierte mich insbesondere der von ihm oft thematisierte Aspekt, wie schwer es uns fällt dem anderen seine eigene Weltsicht, Wahrnehmung und Gefühlslage zu lassen. Ganz besonders wenn diese unserer eigenen nicht entsprechen. Die Andersartigkeit meiner Mitmenschen nicht infrage zu stellen, sie sogar zu würdigen, ist für mich ein zentraler Baustein für ein tolerantes, harmonisches und gleichberechtigtes Miteinander.

Verbindend wirken

Mehr und mehr war ich nun durchdrungen von einer Idee: Ich wollte meine Gabe hinter die vordergründige Art schauen zu können, wie wir Menschen miteinander kommunizieren, und dadurch verbindend wirken zu können, in den Dienst meiner Mitmenschen stellen.

„Irgendwann in unserer bisherigen Entwicklung haben wir verlernt, unsere Bedürfnisse und Wünsche so zu artikulieren, dass das Gegenüber eine Chance hat, sie zu erfüllen. Ursache können Schuldgefühle gewesen sein, die uns haben glauben lassen, dass es uns nicht zusteht, Gefühle und Bedürfnisse zu haben oder gar zu äußern. Schuldgefühle, die mögliche Folgen aus der Zeit der Hochreligionen (im Christentum und Islam) gewesen sein könnten, denn diese übten einen strengen Einfluss auf die Menschen aus. Ich glaube, spätestens da haben wir damit angefangen unsere Botschaften zu verschlüsseln und Missverständnissen untereinander Tür und Tor geöffnet ...“

Diese und andere Gedanken, die ich zukünftig in meinem Blog mit Ihnen teilen möchte, führen mich nun dazu zwischen Menschen zu vermitteln, die den direkten Kontakt zueinander verloren haben oder verloren zu haben glauben. Und ich bin sehr stolz und dankbar, als Mediator tätig sein zu dürfen.